DIE ZUKUNFT DER BRANCHE

DIE ZUKUNFT DER BRANCHE

Auf dem Heilmittelworkshop Ende Mai in Berlin haben Therapeuten, Politik und Kassen über die Aussichten der Branche diskutiert.

Der Einladung von Dr. Roy Kühne (MdB) folgten zahlreiche Vertreter der Heilmittelverbände, Krankenkassen und Politik. Im Fokus: die drei Themenbereiche Nachwuchs, Wirtschaftlichkeit, Branchenzukunft – und daraus Lösungsvorschläge für die Politik zu formulieren. Unter der Überschrift „Was muss in den nächsten drei bis fünf Jahren passieren, damit der Nachwuchs bleibt/kommt?“ sollten Kleingruppen im ersten Workshop dafür Handlungsfelder identifizieren. Heiß diskutiert wurde die Zuständigkeit der Vergütungserhöhung. Soll die GKV aktiv neue Preismodelle anbieten? Sind es die Verbände, die härter verhandeln sollen? Oder muss die Politik noch engere Rahmenbedingungen setzen? Die Arbeitsgruppen haben sich mit einer klaren Positionierung schwergetan. Ein paar Ziele der Teilnehmer wurden dennoch deutlich: der Wunsch nach einer akademischen Ausbildung, die Abschaffung der Zertifikate und mehr positive Werbung für den Beruf.

Verbände von der Basis entfernt?

„Was aus dem TSVG genau muss umgesetzt werden und was fehlt noch?“ lautete eine weitere Frage. Dabei wurde deutlich, dass die Krankenkassenvertreter oft konkretere Vorstellungen über die Zukunft der Heilmitteltherapie haben als die Verbände. Zu ihren Lösungen gehörten die Abschaffung der Zertifikate und Einführung von Minutenpreisen. Ganz anders sah es bei den Verbandsvertretern aus. Die Forderungen der Funktionäre, so der Eindruck, war ziemlich weit von der Basis entfernt. „Zwei Klassen Therapeuten auf jeden Fall zu verhindern“, oder die These „Logopäden wollen keine Ausbildungsvergütung“ scheinen wirtschaftlich gesehen kontraproduktiv.

Die dritte Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Frage „Was genau muss in den nächsten fünf bis zehn Jahren passieren, damit die Heilmittelerbringer Verantwortung für die Versorgung tatsächlich übernehmen können?“ So entstanden auch hier einige Lösungsvorschläge. Von der eigenen Preisgestaltung über mehr Praxisbezug bei der Ausbildung bis zur Kompetenzerweiterung reichte das Spektrum der Antworten. Die Resonanz zu diesem Treffen war bei den meisten Teilnehmern ausgesprochen positiv, eine Fortsetzung dieses Veranstaltungsformats durchaus gewünscht.

Kühne setzt auf mehr Eigeninitiative

Zum Abschluss appellierte Dr. Roy Kühne an die Teilnehmer, man möge auf Seiten der Verbände nicht auf die Politik warten, sondern selbst aktiv werden und mit eigenen Konzepten auf die Politik zukommen. Doch auch die Politik ist hier gefordert. Zwar hat sich seit 2010 die Zahl der Studierenden in den nichtärztlichen Heilberufen verdreifacht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion „Die Linke“ im Bundestag hervor. Danach studierten 2010/2011 4.360 Personen Heilberufe wie Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie, 2017/2018 waren es 11.164. Um diese Berufe attraktiver zu machen, benötigt es aber unter anderem auch eine Schulgeldfreiheit sowie eine vollständige Akademisierung des Berufes

Mehr Infos gibt es unter: www.up-aktuell.de/hmws